* Waldbauverein Prüm e.V. *

Lehrfahrt 2016 am 02. September

Die diesjährige Lehrfahrt des Waldbauvereines Prüm fand am 02. September statt und führte uns in den Raum Saarburg. Das Motto der Lehrfahrt lautete "Wein und Wald". Die Teilnehmer erwartete ein abwechslungsreiches Programm, bei dem auch der gesellige Aspekt nicht zu kurz kam.

Dem Empfang im Ratssaal der Verbandsgemeinde Saarburg bei einem Sektfrühstück durch Bürgermeister Dixius folgte eine Stadtführung, die Besichtigung der Glockengießerei Mabilon und ein gemeinsames Mittagessen im Mehrgenerationenhaus. Am Nachmittag stand eine Exkurison ins „Arbusum“ an, bevor die Exkursion mit einer Weinprobe des Weingutes Lauer an einer herrlich gelegenen Hütte oberhalb des Saartales ausklang.

Ganz herzlichen Dank an Herrn Lieser und an Herrn Bürgermeister Dixius für die Gastfreundschaft und die tolle Organisation !

Kartellrechtsverfahren


Die aktuellen Entwicklungen im Kartellverfahren gegen das Land Baden-Württemberg und die Stagnation im Gesetzgebungsverfahren der Bundesregierung zur Ergänzung des BWaldG geben Anlass zu gewisser Sorge. So hat das OLG Düsseldorf im Rahmen des ersten Termins zur mündlichen Verhandlung durchblicken lassen, dass es in weiten Teilen der Sichtweise des Bundeskartellamts folgen will und den Zustand in der baden-württembergischen Forstverwaltung für kartellrechtswidrig hält. Es erscheint nicht ausgeschlossen, dass sich zumindest in dieser Instanz die Hoffnungen auf eine rasche und zufriedenstellende gerichtliche Klärung der diversen komplexen Rechts- und Tatsachenfragen nicht erfüllen werden. Auch die von der Bundesregierung angekündigte Gesetzesinitiative zur Änderung des Bundeswaldgesetzes befindet sich im "Standby-Modus", ohne dass der nächste Verfahrensschritt zeitlich absehbar wäre. In beiden Bereichen ist offensichtlich ein langer Atem erforderlich, verbunden mit dem Willen zu Geschlossenheit und zur gemeinsamen Bündelung aller Kräfte im Sinne des allseits Gewollten, nämlich dem Erhalt des Gemeinschaftsforstamtes.

Umso wichtiger, dass der rheinland-pfälzische Waldbesitzerverband auch in der AGDW (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände) tatkräftig dafür wirbt, dass die vom BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) bereits vorgelegte Fassung einer Ergänzung des BWaldG nunmehr breite Unterstützung erfährt, um damit die Interessen der 3.500 Prümer Waldbauern zu vertreten.

Mitgliederversammlung 2016

eine prallgefüllte Karolingerhalle

eine prallgefüllte Karolingerhalle

 

Georg Schirmbeck

Georg Schirmbeck


Am 01.Februar 2016 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Waldbauvereins Prüm statt.


Der Kampf geht weiter -gegen das Bundeskartellamt und für eine weitere Bewirtschaftung des Kleinprivatwaldes in Zusammenarbeit mit den Forstämtern.

 Der interne Teil der Mitgliederversammlung


Auch das Jahr 2015 ist mit schwarzen Zahlen für den Waldbauverein zu Ende gegangen, so das Fazit von Hermann Biwer, dem Schatzmeister des Vereines. Insbesondere die Einnahmen aus dem Schwartzwald sind die wirtschaftliche Grundlage für die ordentlichen Zahlen. Auch die Planung für 2016 weist ein ausgeglichenes Ergebnis auf. Die Kassenprüfer bestätigten eine tadellose Kassenführung. Knapp 300 anwesende Mitglieder entlasteten -bei Enthaltung der Vorstandsmitglieder- die Verantwortlichen.

Prümer Wald und Holz GmbH


Anschließend trägt Horst Backes den Geschäftsbericht der PWH vor. 60.000 Festmeter wurden 2015 verkauft, ca. 7.500 Festmeter mehr als im Vorjahr, bei fast 1.200 Einzelverkäufen. Der Durchschnittserlös lag bei 67 EUR pro Festmeter. Mehr als 4 Millionen Euro Holzgeldeinnahmen für die Prümer Waldbauern und damit Wertschöpfung in der Region. Auch im 6. Jahr des Bestehens eine Erfolgsgeschichte für die Vermarktungsorganisation des Waldbauvereines. Dabei verdient die PWH selber nicht daran.

Eine schlanke Personalausstattung der PWH und eine enge Zusammenarbeit mit den örtlich zuständigen Privatwaldbetreuern, das ist das Erfolgsrezept. Der Landeszuschuss hilft natürlich auch. So kann den Waldbauern, bei niedrigen Fixkosten, ein vergleichsweise hoher Reinbetrag ausgezahlt werden.

"Ohne ein tolles PWH-Team mit Frau Pilzecker, Frau Bach und Frau Hoffmann nicht vorstellbar", so der Geschäftsführer der Prümer Wald und Holz GmbH.

Holzmarktbericht


Horst Backes gab dann einen Ausblick für 2016. Auch wenn die Fichtenstammholzpreise im 2. Halbjahr 2015 leicht gesunken sind, so sei der Holzmarkt doch stabil und die Preise lägen deutlich über dem langjährigen Mittel. Erfreulich die Entwicklung bei der Douglasie, die Stammholzpreise liegen erheblich über Fichtenniveau. Die Buche mache nach wie vor Sorgen, die Eiche wird hervorragend nachgefragt.

Die Empfehlung von Horst Backes: Vor jeder Maßnahme die kostenfreie Beratung durch den Privatwaldförster in Anspruch nehmen und erst danach Entscheidungen treffen. Die Beratung sei qualifiziert und vor allem auch objektiv und nicht interessengesteuert. Weiter ganz wichtig, regelmäßig die eigenen Wälder in Augenschein nehmen, insbesondere nach Sturmereignissen. Und im Frühjahr den Wald auf Borkenkäferbefall kontrollieren, um zeitnah reagieren zu können.

Der Brennholzmarkt leide unter den niedrigen Ölpreisen, zudem wirken sich die milden Winter auf die Nachfrage aus.

Geschäftsbericht des Waldbauvereines


Geschäftsführer Peter Wind fasst das abgelaufene Jahr zusammen: Eine stabile Mitgliederentwicklung, eine erfolgreiche Holzmobilisierung, eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, die Interessenvertretung der rund 3.500 Mitglieder in verschiedenen Gremien, mehr als genug Arbeit. Sorgen bereiten nach wie vor die Aktivitäten des Bundeskartellamtes.

Der öffentliche Teil der Mitgliederversammlung


Der Vorsitzende, Aloysius Söhngen, freut sich über eine prall gefüllte Karolingerhalle.

"Wenn wir heute über Eifel reden, dann reden wir stolz über Eifel. Die Region ist eine Marke, stehe für Literatur, Vulkane, für Hügel und Wiesen und vieles mehr." Und der Eifelwald sei ein ganz wichtiger Bestandteil. Ein über Generationen gepflegter artenreicher Kulturwald, in dem der langfristige Ertrag und nicht die kurzfristige Rendite im Vordergrund stünden. Grundlage sei die jahrzehntelange reibungsfreie Zusammenarbeit mit den Forstämtern, aber genau diese erfolgreiche Kooperation sei in Gefahr geraten und da müsse man jetzt zusammenstehen und gegenhalten.

Nach den Grußworten von Günter Fischer (Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz) und Landrat Dr. Joachim Streit, richtet Dr. Thomas Griese ein Grußwort an die Versammlung. Der Staatssekretär im Umwelt- und Forstministerium steht an der Seite des Kleinprivatwaldes. "Wir stehen klar für das Gemeinschaftsfortsamt ein" und man versuche eine Änderung des Bundeswaldgesetzes auf den Weg zu bringen, "damit dem kartellrechtlichen Verfahren der Boden entzogen wird". Es folgt ein Seitenhieb auf den Großprivatwald, "Freiherren mit Ihren Fantastillionen von Festmetern" sehen das anders.

Friederike Ahlmeier, Regionalassistentin von PEFC, informiert über die jüngsten Audit-Ergebnisse. Ihr Appell an die Waldbauern: Bitte sorgsam mit dem Kapital Boden umgehen und auf flächiges Befahren verzichten und noch wichtiger : "Denken Sie an Ihre Gesundheit". Nach 2 tödlichen Unfällen im Privatwald in der jüngeren Vergangenheit sollte das Jedem zu Denken geben. Ein Muss für jeden Waldbesitzer : Das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung und eine technisch einwandfreie Motorsäge. Im Zweifelsfall den Profi ranlassen, das kann Leben retten!

Hoher Besuch zu Gast in der Karolingerhalle: Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck, geht ans Rednerpult. Schon nach den ersten Sätzen ist den Anwesenden klar, da spricht ein geerdeter, bodenständiger Praktiker. Der Niedersachse, selber Kleinprivatwaldbesitzer, ist der oberste Repräsentant der deutschen Forstwirtschaft. Mit seiner Kritik am Bundeskartellamt hält er nicht hinter dem Berg: Beim Bundeskartellamt sei man "irgendwie arbeitslos" und auf die Idee gekommen, einen Marktbereich zu schützen, wo doch "gar keiner beschützt werden" wolle. Er berichtet von den politischen Aktivitäten des Deutschen Forstwirtschaftsrates auf Bundes- und Länderebene. Dicke Bretter seien zu bohren, er hoffe aber, dass die gewünschte Gesetzesnovelle in absehbarer Zeit dem Bundeskabinett vorgelegt werde.

Der Gastredner erhält mehrfach spontan intensiven Applaus. Das alleine ist schon Beleg dafür, dass er die Eifeler Waldbauernseele erreicht hat. Die Waldbesitzer bräuchten sich nicht verstecken, "das, was wir leisten, ist toll". Der Waldbauverein Prüm zeigt sich selbstbewusst. Alle, dem Holzverkauf vorgelagerten Tätigkeiten, von der Planung über die Markierung der Bäume bis zur Ernte und Bereitstellung des Holzes gehörten nicht zur eigentlichen Verkaufstätigkeit. Das müsse jetzt endlich klargestellt werden, so Aloysius Söhngen.

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